Feenbesuch


Einst kam eine Fee vorbei
und fragte, ob ich’s wirklich sei.
Ich sagte Ja! - was sie denn wolle.
Sie sagte, dass ich sterben solle.
Da war ich kurze Zeit betroffen
und wollte auf `nen Irrtum hoffen.
Doch sie erklärte recht gelassen
ich würde ja wohl nichts verpassen.
Mein Leben sei doch ziemlich fad
und bald würde ich aufgebahrt.
Ich sagte, dass ich schon verstünde
jedoch, ich hätte meine Gründe.
Und erzählte all die Dinge,
die ich an mir so wichtig finde.
Sie lachte leis’ und hob ihr Schwert
„Das war`s mein Freund.“ hat sie erklärt.
Ich hob den Arm und flehte dann,
ob man denn da nichts machen kann.
„Nee“, sagte sie. Doch plötzlich, „Huch!“
und griff nach ihrem weisen Buch.
Nach einigem Herumgeblätter
sprach sie letztendlich „Donnerwetter“.
Da gäbe es `ne Möglichkeit,
und klug gebraucht verschafft sie Zeit.
Es drehe sich dabei 
um einen Wunsch, den hätt` ich frei.
Da gab ich vor, zu überlegen,
und alle Wünsche abzuwägen.
Und schließlich spannte ich die Brust
und sprach heraus mit voller Lust:
Ich wollt ihr nicht den Spaß verderben,
doch lieber ist’s mir, alt zu sterben.
Bucklig vom Gewicht der Zeit,
wenn ich beschließ: ich bin bereit.
Das Schwert der Fee verschwand im Licht.
Na gut, sprach sie, dann eben nicht.
Sie schwenkte ihren Stab umher
als wenn er eine Fackel wär.
Und plötzlich tat es einen Knall
und all der Schrecken war vorbei.
Und die Moral von dem Gedicht:
Besonders klug sind Feen nicht.

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